Hybride Beteiligung
Hybride Beteiligung: online und vor Ort in einem Verfahren
Hybride Beteiligung verbindet die Online-Plattform mit Angeboten vor Ort: Bürgerbüro, Infostand, Versammlung, Brief und Telefon. So erreichen Sie auch Menschen, die nie eine Beteiligungsplattform aufrufen. Diese Seite zeigt, wie Sie analoge und digitale Wege so planen, dass alle Beiträge in einem Verfahren zusammenlaufen.
Begriff
Was hybride Beteiligung bedeutet
Hybrid heißt nicht, ein Online-Verfahren und eine Bürgerversammlung nebeneinander laufen zu lassen. Gemeint ist ein Verfahren mit mehreren Zugängen. Jeder Weg erreicht andere Menschen, und erst zusammen ergeben sie ein Bild der ganzen Kommune.
Wer online fehlt
Laut dem Digital-Index 2024/25 der Initiative D21 sind 4,2 Millionen Menschen in Deutschland gar nicht online. Dazu kommen alle, die zwar ein Smartphone haben, aber kein Konto anlegen und kein Formular ausfüllen.
Wer vor Ort fehlt
Abendtermine erreichen die, die ohnehin kommen. Wer Schicht arbeitet oder Kinder ins Bett bringt, bleibt außen vor. Diese Menschen erreichen Sie online besser.
Ein Verfahren statt zwei
Laufen die Wege getrennt, liegen am Ende zwei Ergebnisse auf dem Tisch, die sich kaum vergleichen lassen. Laufen sie in derselben Plattform zusammen, gibt es eine Auswertung.
Wege
Bürgerbeteiligung analog und digital: die Wege im Überblick
Welche Wege Sie kombinieren, hängt von Thema und Zielgruppe ab. Alle führen in dasselbe Projekt.
Online-Plattform
Projektseite, Umfragen, Vorschläge auf der Karte und Abstimmungen. Hier laufen alle Beiträge zusammen.
Bürgerbüro und Infostand
Mitarbeitende erfassen Stimmen direkt in der Plattform, für Menschen ohne Internet oder ohne Konto.
Brief und Telefon
Was per Post oder am Telefon kommt, reicht die Verwaltung im Namen der Person ein.
Mitmachbox
Ein Gerät mit Tasten im öffentlichen Raum: Frage lesen, Taste drücken, fertig. mitmachboxen.de
Versammlung und Livestream
Veranstaltungen im Projekt ankündigen und Versammlungen live auf die Projektseite übertragen.
WhatsApp
Vorschläge und Abstimmungen im Chat, für alle, die ohnehin dort schreiben. WhatsApp-Bot

Stimmen und Vorschläge vor Ort erfassen
Im Bürgerbüro, am Infostand oder bei einer Veranstaltung erfassen Mitarbeitende mit der Rolle Abstimmungshelfer Stimmen direkt in der Plattform. Das geht bei Abstimmungen, bei der Unterstützung von Vorschlägen und beim Bürgerbudget. Sie legen die Person mit Name, Geburtsdatum und Adresse an und tragen ihre Stimme ein. Eine E-Mail-Adresse braucht sie dafür nicht. Ist der Abgleich mit dem Melderegister eingeschaltet, prüft die Plattform dabei den Wohnsitz.
Vorschläge, Ideen und Mängelmeldungen, die per Brief, Telefon oder im Gespräch kommen, reicht die Verwaltung im Namen der Person ein. Wer das darf, legen Sie über Rollen und Rechte fest. Beim Bürgerbudget und bei Vorschlägen zeigt die Statistik Online- und Vor-Ort-Stimmen getrennt.
Mitmachbox
Bürgerbeteiligung ohne Internet am Ort des Geschehens
Die Mitmachbox ist ein batteriebetriebenes Gerät mit E-Paper-Anzeige und fünf Antworttasten. Sie hängt an einer bedruckten Tafel im Format A2 dort, wo es um etwas geht: am Marktplatz, an der Baustelle, in der Bibliothek. Frage lesen, Taste drücken, fertig. Ohne Anmeldung, ohne App.
Im Akkubetrieb läuft sie bis zu drei Monate ohne Steckdose. Fragen stehen auf Deutsch und in bis zu vier weiteren Sprachen, auch in Leichter Sprache. Jeder Standort lässt sich einzeln auswerten, und dieselbe Umfrage kann zusätzlich online laufen. In Consul ist die Box eine Phase Ihres Projekts, sie läuft aber auch ohne eigene Beteiligungsplattform.
Die Box stellt geschlossene Fragen an Menschen, die zufällig vorbeikommen. Sie ersetzt keine repräsentative Befragung und keine Diskussion, sie ergänzt das Online-Verfahren dort, wo es blind ist.

Versammlungen vor Ort, online verlängert
Veranstaltungen kündigen Sie im Projekt an, auf Wunsch mit Anmeldung und begrenzter Teilnehmerzahl. Die Bürgerversammlung im Rathaus übertragen Sie per Livestream von YouTube oder Vimeo direkt auf die Projektseite. Das Video lädt erst nach Zustimmung.
Während der Übertragung stellen Sie Fragen ein, die Zuschauende sofort beantworten und kommentieren. So beteiligen sich auch die, die an diesem Abend nicht in den Saal kommen. Was im Saal gesagt wird, halten Sie anschließend als Neuigkeit im selben Projekt fest.
Zugang
Ältere Menschen und andere Zielgruppen erreichen
Verifizierung per Brief
Ist eine Abstimmung auf Einwohnerinnen und Einwohner beschränkt, ist die BundID nicht der einzige Weg. Die Plattform verifiziert auch per Brief und per Abgleich mit dem Melderegister.
Zwölf Sprachen
Inhalte übersetzt die Plattform auf Wunsch maschinell mit DeepL in zwölf Sprachen, darunter Englisch, Polnisch, Russisch und Chinesisch.
Wer fehlt?
Die Statistik zeigt die Teilnehmenden nach Altersgruppen, die Sie dafür anlegen, ohne die Teilnahme zu beschränken. So sehen Sie, ob gerade die Hochaltrigen fehlen, und können vor Ort nachsteuern.
Planung
So planen Sie Beteiligung vor Ort und online
Lücken benennen
Wen erreichen Sie online schlecht, wen bei Abendterminen? Ältere Menschen, Jugendliche, Menschen mit wenig Deutsch, Pendlerinnen und Pendler.
Orte wählen
Gehen Sie dorthin, wo die Menschen ohnehin sind: Bibliothek, Wochenmarkt, Schule, Seniorentreff, Rathausfoyer.
Dieselbe Frage stellen
Stellen Sie online und vor Ort dieselben Fragen. Nur dann lassen sich die Ergebnisse zusammenführen und vergleichen.
Auf allen Wegen antworten
Melden Sie das Ergebnis dort zurück, wo Sie gefragt haben: auf der Projektseite, per E-Mail und am Aushang vor Ort.
Den Ablauf eines Beteiligungsprojekts von der Zielsetzung bis zur Rückmeldung beschreibt der Leitfaden digitale Bürgerbeteiligung.
Hybride Beteiligung
Häufige Fragen
Was ist hybride Beteiligung?
Hybride Beteiligung verbindet Online-Angebote und Beteiligung vor Ort in einem Verfahren. Beiträge aus Bürgerbüro, Versammlung, Brief oder Mitmachbox laufen in dieselbe Plattform wie die Beiträge aus dem Netz.
Wie beteiligen wir ältere Menschen, die nicht online sind?
Mit Wegen ohne Konto und ohne Smartphone. Mitarbeitende erfassen ihre Stimme im Bürgerbüro, Vorschläge per Brief oder Telefon reicht die Verwaltung in ihrem Namen ein, und an der Mitmachbox genügt ein Tastendruck.
Lassen sich Online- und Vor-Ort-Ergebnisse getrennt auswerten?
Ja. Beim Bürgerbudget und bei Vorschlägen zeigt die Statistik Online- und Vor-Ort-Stimmen getrennt, die Mitmachbox wertet jeden Standort einzeln aus.
Brauchen wir für die Mitmachbox eine Beteiligungsplattform?
Nein. Die Box läuft auch eigenständig mit ihrer eigenen Auswertung. Mit Consul ist sie eine Phase im selben Projekt wie die Online-Beteiligung.
Hybride Beteiligung in Ihrer Kommune
Wir zeigen Ihnen, wie Beiträge von vor Ort und aus dem Netz in einem Projekt zusammenlaufen.
Weiterlesen
Weitere Funktionen
- WhatsApp-Bot
Vorschläge, Abstimmungen und Benachrichtigungen im Chat, direkt verbunden mit der Plattform.
- Bürgerhaushalt
Vom Vorschlag über die Prüfung durch die Verwaltung bis zur Abstimmung über das Budget.
- Auswertung
Kennzahlen, Karte und PDF-Bericht je Phase, auf Wunsch mit KI-Analyse.
