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Beteiligungsleitlinien

Leitlinien für Bürgerbeteiligung in der Kommune

Leitlinien für Bürgerbeteiligung legen fest, wann und wie eine Kommune ihre Bürgerinnen und Bürger beteiligt. Heidelberg hat seine Leitlinien 2012 beschlossen, Bonn 2014, Berlin 2019 für die räumliche Stadtentwicklung. Dieser Leitfaden erklärt, was in Beteiligungsleitlinien steht, wie sie entstehen und wie eine Beteiligungsplattform hilft, sie im Alltag umzusetzen.

  • Leitlinien und Beteiligungskonzept

    Die Leitlinien gelten für alle Vorhaben der Kommune. Ein Beteiligungskonzept gilt für ein einzelnes Vorhaben. In Heidelberg bildet ein vom Gemeinderat beschlossenes Beteiligungskonzept in der Regel die Grundlage eines Beteiligungsprozesses und legt unter anderem Gegenstand, Ziele und Methoden fest.

  • Neben der formellen Beteiligung

    Wo ein Gesetz die Beteiligung regelt, etwa beim Bebauungsplan, gelten dessen Fristen und Formen. Leitlinien ersetzen sie nicht. Beteiligung in der Bauleitplanung

Inhalte

Was in Leitlinien für Bürgerbeteiligung steht

Die Leitlinien der Städte unterscheiden sich, diese Bausteine kehren häufig wieder.

  1. Vorhabenliste

    Eine öffentliche Liste der geplanten Vorhaben, damit die Bürgerschaft früh erfährt, was ansteht. In Heidelberg erstellt die Verwaltung sie mit dem Gemeinderat und veröffentlicht sie im Internet. Bonn nennt sie ein Kernelement seiner Leitlinien.

  2. Anregung von Beteiligung

    Bürgerinnen und Bürger können selbst eine Beteiligung anstoßen. In Heidelberg geht das etwa über eine Unterschriftensammlung, bei ausreichender Unterstützung kommt das Anliegen in den Gemeinderat.

  3. Beteiligungskonzept

    Für jedes Vorhaben mit Beteiligung wird vorab festgelegt, worum es geht, was offen ist, wer beteiligt wird und mit welchen Methoden.

  4. Anlaufstelle

    Eine feste Stelle berät Verwaltung und Bürgerschaft. In Berlin gibt es dafür eine zentrale Anlaufstelle für Beteiligung an der Stadtentwicklung, die mit Anlaufstellen in den Bezirken zusammenarbeitet.

  5. Begleitgremium

    Ein Gremium aus Bürgerschaft, Politik und Verwaltung begleitet die Umsetzung. In Heidelberg ist das der trialogisch besetzte Arbeitskreis Bürgerbeteiligung. Er begleitet die Bürgerbeteiligung kritisch und entwickelt sie weiter.

  6. Rückmeldung

    Die Leitlinien regeln, wie über die Ergebnisse berichtet wird. Wer sich beteiligt hat, soll erfahren, was aus dem Beitrag geworden ist. Warum das so oft fehlt

Erarbeiten

Wie eine Kommune Leitlinien erarbeitet

Leitlinien, die nur die Verwaltung schreibt, haben es schwer. Bewährt hat sich ein gemeinsamer Weg.

  1. Trialogisch besetzen

    Bürgerschaft, Politik und Verwaltung erarbeiten die Leitlinien gemeinsam. In Berlin tat das ein Arbeitsgremium aus Vertreterinnen und Vertretern aller drei Gruppen, begleitet von öffentlichen Werkstätten.

  2. Bestand aufnehmen

    Welche Beteiligung gibt es schon, was hat funktioniert, was nicht? Wer ist in der Verwaltung zuständig?

  3. Den Entwurf öffentlich diskutieren

    Stellen Sie den Entwurf der Leitlinien selbst zur Beteiligung. Auf der Plattform markieren Bürgerinnen und Bürger eine Textstelle, schreiben ihre Anmerkung dazu und diskutieren sie mit anderen.

  4. Beschließen

    Der Rat beschließt die Leitlinien. Klären Sie dabei, was die Umsetzung braucht: eine zuständige Stelle, ein Gremium, die Vorhabenliste.

  5. Prüfen und weiterentwickeln

    Leitlinien sind kein Endpunkt. In Heidelberg übernimmt der Arbeitskreis die regelmäßige Evaluation. Bonn hat im August 2024 begonnen, seine Leitlinien mit Bürgerschaft, Politik und Verwaltung zu überarbeiten.

Übersicht der Vorhabenliste mit Karte
Übersicht der Vorhabenliste mit Karte (Demo-Plattform)

Die Vorhabenliste auf der Plattform

Die Vorhabenliste ist der Baustein, an dem man Leitlinien im Alltag erkennt. In Consul veröffentlichen Sie jedes Vorhaben mit Beschreibung, Bearbeitungsstand, nächsten Schritten, betroffenen Ortsteilen und einer Ansprechperson. Zu jedem Vorhaben steht, ob eine formelle oder informelle Bürgerbeteiligung vorgesehen ist, jeweils mit Begründung. Für Bauleitpläne sind die Verfahrensschritte nach dem Baugesetzbuch voreingestellt.

Bürgerinnen und Bürger schicken zu jedem Vorhaben einen Hinweis an die zuständige Stelle, auch ohne Konto. Steht eine Beteiligung an, legen Sie aus dem Vorhaben ein Beteiligungsprojekt an.

Mehr zur Vorhabenliste

Umsetzen

Leitlinien im Alltag umsetzen

Beteiligung anregen

Auf einer Ideenplattform reichen Bürgerinnen und Bürger Vorschläge ein. Sie legen eine Mindestzahl an Unterstützungen fest, die innerhalb einer Frist erreicht sein muss, und die Verwaltung antwortet öffentlich. So lässt sich ein Quorum für Anregungen online abbilden.

Das Beteiligungskonzept als Projekt

Ein Beteiligungsprojekt besteht aus Phasen mit eigenen Terminen: informieren, Ideen sammeln, abstimmen, über die Umsetzung berichten. Für jede Phase legen Sie fest, wer teilnimmt, und schränken bei Bedarf auf Gebiete, Altersgruppen oder feste Gruppen wie einen Bürgerrat ein. Alle Funktionen

Festlegen, welche Teile der Auswertung öffentlich sind
Festlegen, welche Teile der Auswertung öffentlich sind (Demo-Plattform)

Rückmeldung geben

Zu jeder Phase gibt es eine Auswertung mit Kennzahlen, Karte und Zeitverlauf. Daraus erzeugen Sie einen PDF-Bericht und bestimmen, welche Teile öffentlich sichtbar sind. Auf Vorschläge antwortet die Verwaltung öffentlich.

Mit Meilensteinen und Fortschrittsbalken dokumentieren Sie, was aus den Ergebnissen wird. Wer einem Projekt folgt, bekommt neue Meldungen und Meilensteine per E-Mail. Bei Formularen schicken Sie eine E-Mail an alle, die etwas eingereicht haben, zum Beispiel mit dem Ergebnis.

Beispiele

Leitlinien in deutschen Städten

  • 2012einstimmig beschlossen

    Heidelberg

    Leitlinien für mitgestaltende Bürgerbeteiligung mit Vorhabenliste, Anregung durch Unterschriftensammlung, Beteiligungskonzept und einem trialogisch besetzten Arbeitskreis.

    Leitlinien Heidelberg
  • 2014im Rat beschlossen

    Bonn

    Leitlinien für Bürgerbeteiligung als verbindlicher Rahmen. Die Vorhabenliste als ihr Kernelement steht seit Dezember 2016 online.

    Vorhabenliste Bonn
  • 2019vom Senat beschlossen

    Berlin

    Leitlinien für Beteiligung an der räumlichen Stadtentwicklung mit Vorhabenliste, Anlaufstellen, Beteiligungskonzept und der Anregung von Beteiligung.

    Leitlinien Berlin

Leitlinien müssen nicht so umfangreich sein. Auch eine kleinere Kommune kann mit einer Vorhabenliste und klaren Regeln für die Rückmeldung beginnen. Ein Beispiel für feste Regeln vor dem Start: Röthenbach hat zuerst eine Bürgerbudget-Richtlinie beschlossen.

Leitlinien

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Leitlinien und einem Beteiligungskonzept?

Leitlinien gelten für alle Vorhaben einer Kommune, ein Beteiligungskonzept für ein einzelnes. Das Konzept legt fest, worum es geht, wer beteiligt wird und mit welchen Methoden.

Wer beschließt Leitlinien für Bürgerbeteiligung?

Meist der Rat der Kommune. In Heidelberg war es der Gemeinderat, in Bonn der Rat, in Berlin der Senat.

Was gehört auf eine Vorhabenliste?

Die geplanten Vorhaben mit Stand, nächsten Schritten, Ansprechperson und der Angabe, ob eine Beteiligung vorgesehen ist. In Consul kommen Ortsteile, Karte, Dokumente und ein Hinweisformular dazu.

Können Bürgerinnen und Bürger selbst eine Beteiligung anstoßen?

Ja, wenn die Leitlinien es vorsehen. In Heidelberg geht das etwa über eine Unterschriftensammlung, Berlin sieht die Anregung von Beteiligung als eigenes Instrument vor.

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Weitere Funktionen

  • Vorhabenliste

    Geplante Vorhaben mit Stand, nächsten Schritten und Ortsteil auf der Karte veröffentlichen.

  • Auswertung

    Kennzahlen, Karte und PDF-Bericht je Phase, auf Wunsch mit KI-Analyse.

  • Alle Funktionen

    Beteiligungsformen, Datenschutz und Schnittstellen im Überblick.