Drei Städte, eine Plattform: Wie Bad Homburg, Friedrichsdorf und Wehrheim digitale Bürgerbeteiligung interkommunal denken
Während viele Kommunen noch einzeln vor der Herausforderung stehen, digitale Bürgerbeteiligung einzuführen, haben drei Städte im Taunus einen anderen Weg gewählt: Bad Homburg vor der Höhe, Friedrichsdorf und Wehrheim teilen sich seit 2025 eine gemeinsame Consul-Instanz auf seid-dabei.de – ein Paradebeispiel für interkommunale Zusammenarbeit.
Die Idee: Warum allein, wenn gemeinsam besser funktioniert?
„Unsere Kommunen sind geografisch nah beieinander und haben ähnliche Herausforderungen“, erklärt Eva Bouzmpa aus Bad Homburgs Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. „Da lag es nahe, auch bei der Bürgerbeteiligung zusammenzuarbeiten.“
Die drei Kommunen im Hochtaunuskreis haben unterschiedliche Größen:
- Bad Homburg (~54.000 Einwohner) als Kreisstadt
- Friedrichsdorf (~25.000 Einwohner)
- Wehrheim (~10.000 Einwohner)
Trotz verschiedener Größenordnungen eint sie der Wunsch nach professioneller, bürgerzentrierter Beteiligung – ohne dreifache Kosten und dreifachen Aufwand.
Technisch elegant gelöst: Multi-Tenancy in der Praxis
Unser Consul-Fork macht es möglich: Eine geteilte Datenbank, drei separate Auftritte. Jede Kommune erhält:
- Eigene Subdomain oder Landingpage
- Individuelle Corporate Identity und Ansprache
- Separate Projektbereiche und Nutzerverwaltung
- Gemeinsame technische Infrastruktur im Hintergrund
Das Ergebnis: Friedrichsdorf kann parallel zu Bad Homburg eigene Beteiligungsprojekte durchführen, ohne dass sich die Nutzer „in die Quere kommen“. Wehrheim plant den Einstieg und profitiert von den Erfahrungen der beiden anderen.
Praktische Vorteile: Von Kosten bis Know-how
Kosteneffizienz
Statt drei separater Instanzen zahlen die Kommunen anteilig für eine gemeinsame Lösung. Hosting, Wartung und Updates werden geteilt – das schont kommunale Budgets erheblich.
Erfahrungsaustausch
„Wir lernen voneinander“, berichtet das Projektteam. Wenn Friedrichsdorf eine erfolgreiche Kampagne durchführt, können Bad Homburg und Wehrheim die Methoden adaptieren.
Administrative Synergien
Datenschutz-Abstimmungen, Schulungen, technische Updates – alles wird koordiniert abgewickelt. Das spart Zeit in den Verwaltungen.
Gemeinsame Weiterentwicklung
Neue Features werden gemeinsam priorisiert und finanziert. Was einer Kommune hilft, kommt meist auch den anderen zugute.
Herausforderungen: Koordination und Identität
Natürlich bringt das Modell auch Herausforderungen mit sich:
Abstimmungsbedarf: Größere Änderungen an der Plattform müssen zwischen den Kommunen abgesprochen werden.
Verschiedene Geschwindigkeiten: Während Bad Homburg bereits mehrere Projekte parallel durchführt, steht Wehrheim noch am Anfang.
Eigenständigkeit wahren: Jede Kommune will ihre eigene Identität und Ansprache beibehalten – technisch kein Problem, kommunikativ aber durchaus eine Aufgabe.
Lessons Learned: Was andere Kommunen übernehmen können
1. Nachbarschaftsdenken zahlt sich aus
Interkommunale Kooperation funktioniert besonders gut bei benachbarten Kommunen mit ähnlichen Herausforderungen.
2. Stufenweise Einführung möglich
Nicht alle Kommunen müssen gleichzeitig starten. Wehrheim konnte in Ruhe die Erfahrungen der anderen beobachten.
3. Klare Rollen definieren
Bad Homburg übernahm die Koordination, Friedrichsdorf brachte spezifische Anforderungen ein, Wehrheim kann von beiden lernen.
4. Technologie muss Multi-Tenancy unterstützen
Nicht jede Plattform eignet sich für geteilte Nutzung. Unser Consul-Fork wurde genau dafür entwickelt.
Blick nach vorn: Ein Modell mit Zukunft?
Das Taunus-Projekt zeigt: Interkommunale digitale Bürgerbeteiligung ist nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll. Weitere Kommunalverbände schauen bereits interessiert nach Bad Homburg.
„Wir würden das sofort wieder so machen“, fasst Eva Bouzmpa zusammen. „Die Vorteile überwiegen deutlich.“
Für Kommunen zum Nachdenken
Überlegen Sie gerade die Einführung digitaler Bürgerbeteiligung? Fragen Sie Ihre Nachbarkommunen:
- Stehen sie vor ähnlichen Herausforderungen?
- Wäre eine gemeinsame Lösung denkbar?
- Welche Synergien könnte man nutzen?
Das Taunus-Modell beweist: Manchmal ist 1 + 1 + 1 = mehr als 3. Zumindest in der digitalen Bürgerbeteiligung.
Sie interessieren sich für interkommunale Consul-Lösungen? Gern beraten wir Sie zu den technischen und organisatorischen Möglichkeiten. Sprechen Sie uns an.



